2017-09-02

Katholische Verbände helfen bei Wahlvorbereitung

Diskussionsvorlagen, Arbeitshilfen, Postkarten und ein eigenes Rentenmodell

 

BU (Offizialat/Hörnemann) Sie sammeln viel Material, um Verbände, ihre Mitglieder und alle anderen Wählerinnen und Wähler auf die Wahl vorzubereiten, v.l. Alfons Gierse, Familienbund, Andreas Bröring, Kolpingwerk, Josefa Rolfes, Junge Gemeinschaft, Stephan Eisenbart, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Mechtild Pille, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands

 

Oldenburger Land, Vechta, 01.09.; In drei Wochen wird der Deutsche Bundestag gewählt. Unter der Adresse www.offizialat-vechta.de/bundestagswahl2017 findet Interessierte gebündelt viele Informationen,  Arbeitshilfen, Forderungen, Thesenpapiere und Positionen katholischer Verbände zur Wahl bereit. Angeboten wird dort zurzeit Material des Kolpingwerkes, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd), des kath. Familienbundes, des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Jungen Gemeinschaft (JG), und des Caritasverbandes im Oldenburger Land, weitere können noch folgen. Die Verbände wollen mit ihren umfangreichen Publikationen und Aktionen Wähler vorbereiten, Meinungen platzieren, Entscheidungen unterstützen und den Dialog mit Bundestagsabgeordneten und –kandidaten fördern.  Gleichzeitig rufen die Verbände ihre Mitglieder auf, am 24. September zur Wahl zu gehen oder die Briefwahl zu nutzen. 
 
„Es geht uns nicht um eine Wahlempfehlung“, sagt Andreas Bröring, Geschäftsführer des Kolpingwerks Land Oldenburg. „Es ist eine große Errungenschaft unserer Demokratie durch die Teilnahme an Wahlen politische Entwicklungen zu bewerten und zu entscheiden“, stellt er fest.  „In Zeiten, in denen gemeinsame Werte eines vereinigten Europas von vielen in Frage gestellt werden, sind wir als Christen und Bürger aufgefordert, unsere Verantwortung durch Ausübung unseres Wahlrechts wahrzunehmen“, ruft Bröring auf.
 
Den Verbänden sei wichtig, dass Wähler und Politiker fundierte und wohlüberlegte Entscheidungen fällen könnten, sagt Alfons Gierse, Geschäftsführer des Familienbundes in Niedersachsen. Ein Schwerpunkt seines Verbandes sei natürlich die Familienpolitik. „Die vom Bundesverfassungsgericht festgestellte Benachteiligung von Familien in der gesetzlichen Rentenversicherung muss endlich überwunden werden“, fordert Gierse. „Die für die zukünftigen Renten unverzichtbare Kindererziehung wird bei der Rentenhöhe viel zu wenig und bei den Rentenversicherungsbeiträgen gar nicht berücksichtigt“, stellt er fest.  Und das, obwohl das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber vor 25 Jahren im sogenannten Trümmerfrauenurteil dazu verpflichtet habe, die Benachteiligung der Familien mit jeder Rentenreform zu verringern. „Diesen Verfassungsauftrag hat der Gesetzgeber bisher eindeutig nicht erfüllt!“, kritisiert der Verbandsgeschäftsführer.
 
Auf Bundesebene haben sich das Kolpingwerk, die KAB, der Familienbund, die kfd und die Katholische Landjugendbewegung zusammengetan und ein neues Rentenmodell entwickelt. Sie fordern, jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen, um Altersarmut zu verhindern. Ihr Rentenmodell sieht dabei eine Sockelrente zur Existenzsicherung vor, Berücksichtigung von Pflege- und Erziehungszeiten sowie den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge vor. Die Forderungen und das Rentenmodell findet man ebenfalls im Internet.
 
„Mitspracherecht hat nur der, der wählt“, fasst Josefa Rolfes, Referentin des Familienverbandes Junge Gemeinschaft die Motivation der Verbände zusammen. Es gehe um Interessensvertretung und um Beteiligung an der Demokratie. Den Verbänden sei es wichtig, vor und nach Wahlen als kompetente und selbstbewusste katholische Stimme bei Kandidaten und Gewählten für soziale Interessen einzustehen.

Johannes Hörnemann