2019-04-08

Initiative für eine Landesfamilienpolitik

Familien haben hohe Bedeutung - sowohl für die Kirche wie für die Politik. Aber wie setzt sich diese Wertschätzung in Gesetzen um? Eines der Themen bei der Begegnung des Landeskatholikenausschusses mit Ministerpräsident Weil

Drei Themen hatte Claus-Dieter Paschek bei der Begegnung mit Niedersachsens Minister­präsident Stephan Weil im Gepäck: „Familienpolitik, die anstehende Europawahl und der interreligiöse Dialog", listet der Vorsitzende des Landeskatholikenausschusses (LKA) auf. Es zeigte sich: drei Themen, die auch der Politik auf den Nägeln brennen.

 

Stichwort Familie: Paschek stellte dem Ministerpräsidenten die familienpolitische Initiative des LKA vor. Eine der Anregungen: Klare Kriterien, mit denen Gesetze auf ihre Familien­freundlichkeit geprüft werden. „Bisherige Leitfragen reichen uns da nicht aus", betont Paschek. Nötig sei eine Diskussion, wie eine konkrete Landesfamilienpolitik aussehen kann - auch wenn viele Rahmenbedingungen im Bund festgelegt und in den Kommunen umgesetzt werden. So begrüßt Paschek die Initiative Niedersachsens für eine Kindergrundsicherung, in der Unterstützungsleistungen für Kinder zusammengefasst werden.

 

Die Bedeutung Europas nicht zerreden

 

Zweites Stichwort: die Europawahlen. Die Landesregierung hatte hier die Initiative „Nieder­sachsen für Europa" gestartet, an der sich auch die Kirchen beteiligen. Wichtig sind Weil und Paschek, dass die Bedeutung eines offenen und freien Europas nicht zerredet wird.

 

Schwierig erscheint dagegen derzeit der Dialog mit dem Moscheeverband DITIB. Paschek wirbt dafür, nichts unversucht zu lassen, um im Gespräch zu bleiben. Der Landeskatholiken­ausschuss versteht sich als das politische Sprachrohr der über 1,3 Millio­nen Katholiken in Niedersachsen. 1969 gegründet, wird er sowohl von den Laienräten der drei Bistümer (Katholikenrat Osnabrück, Pastoralrat im Offizialatsbezirk Oldenburg und Diözesanrat Hildesheim) als auch von den landesweit tätigen katholischen Verbänden getragen.

 

Text und Bild: Rüdiger Wala