2019-05-08

Begegnung der Niedersächsischen Landesregierung mit der Katholischen Kirche Niedersachsen

Bild: Presse- und Informationsstelle der Niedersächsischen Landesregierung

 

In regelmäßigen Abständen tauschen sich die Mitglieder der Niedersächsischen Landesregierung mit Vertreterinnen und Vertretern der Katholischen Kirche in Niedersachsen über wichtige aktuelle Fragen aus. Für den Landeskatholikenausschuss nahmen der Vorsitzende Claus-Dieter Paschek und die Geschäftsführerin Marie Kajewski an der Begegnung teil.

„Wir pflegen in Niedersachsen eine ganz enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den beiden großen christlichen Kirchen und der Landesregierung“ betonte Ministerpräsident Stephan Weil nach dem Treffen. „Staat und Kirche haben unterschiedliche Aufgaben und sie sind natürlich auch unabhängig voneinander, aber uns verbinden dieselben Werte.“

Diese Art von Begegnung gebe es schon seit 1965, unterstrich Bischof Dr. Franz-Josef Bode aus Osnabrück. Er habe sie schon mit sechs Ministerpräsidenten erlebt. „Wir gehen sehr konstruktiv miteinander um und es ist gut und wichtig, dass wir uns regelmäßig von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzen.“

Bischof Bode betonte die gemeinsame Suche der katholischen, aber auch der evangelischen Kirche und der Landesregierung, wie man dem Menschen am besten gerecht werden könne. Auch Ökumene funktioniere in Niedersachsen ausgesprochen gut, es gebe zwischen den großen christlichen Kirchen ein gutes Miteinander.

Die gemeinsame Wertebasis sei, so Stephan Weil, insbesondere bei dem Gespräch über Europa zum Ausdruck gekommen. Zusammenhalt oder Populismus – diese Frage bildet für Stephan Weil den Kern der Auseinandersetzungen im Europawahlkampf. Er bedankte sich für die frühe und klare Positionierung der Katholischen Kirche für ein solidarisches Europa und für das gemeinsame Werben für ein Europa des Friedens, der Versöhnung, der Demokratie und der Menschenrechte im Bündnis ‚Niedersachsen für Europa‘.

Bischof Dr. Heiner Wilmer zitierte Immanuels Kant‘s Schrift ‚Zum ewigen Frieden‘. Der Friede sei in der Tat leider nicht der Normalzustand unter den Menschen, wohl aber seit vielen Jahren in Europa. Wilmer bezog sich auf die klassischen vier Prinzipien der katholischen Soziallehre, Personalität, Solidarität, Subsidiarität und Gemeinwohl, die Triebfedern für die Gründungsväter der EU gewesen seien.

Bislang aber – darin waren sich die Gesprächspartner auf Seiten der Landesregierung und der katholischen Kirche einig – sei es in Europa leider nicht gelungen, ein stabiles, ethisch moralisches Gerüst für Europa zu bauen. Stephan Weil warb dafür, sich noch stärker als bislang für Solidarität und Zusammenhalt in Europa einzusetzen. Unverzichtbar sei auch ein engagiertes Wahrnehmen der internationalen Verantwortung Europas angesichts der Krisen und der Herausforderungen in der Welt.

Weitere wichtige Themen des Zusammentreffens waren die Förderung der Anlaufstellen für Straffällige in der Trägerschaft der Kirche und von Wohlfahrtsverbänden. Hier baten die Vertreter der Kirche um eine Verstetigung der Finanzierung.

Auch die Refinanzierung der ambulanten und stationären Altenpflege wurde besprochen. Gemeinsames Ziel von Landesregierung und Kirchen ist die Sicherung der pflegerischen Versorgung in Niedersachsen. Dass sich Pflegekassen und Pflegeanbieter auf eine höhere Vergütung in der ambulanten Pflege geeinigt hätten sei, so Sozialministerin Carola Reimann, ein erster wichtiger Schritt.