2019-09-26

Förderung für Familien in Gefahr

Die niedersächsische Landesregierung plant finanzielle Kürzungen bei den Familienverbänden des Bundeslandes. Protest kommt vom Landeskatholikenausschuss.

Text: Rüdiger Wala

 

„Wir schützen und fördern Familien und eine kinderfreundliche Gesellschaft.“ So oder ähnlich ist dieser Satz in zahlreichen Parteioder Wahlprogrammen zu finden. Hier stammt er aus dem Regierungsprogramm von SPD und CDU in Niedersachsen. Und weiter: „Wir setzen uns für die weitere Förderung der Familienverbände ein.“ Das war Ende 2017.

Die Beratungen über den niedersächsischen Landeshaushalt sprechen nach Meinung des Landeskatholikenausschusses (LKA) aber eine andere Sprache. Demnach sollen die den Familienverbänden und deren Arbeitsgemeinschaft (AGF) zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel von aktuell 250 000 Euro auf 127 000 Euro gekürzt werden – also um fast die Hälfte. In der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände wirken derzeit die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie, die Föderation türkischer Elternvereine, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter und der Familienbund der Katholiken mit.

„Unserer Einschätzung nach wird eine solche Kürzung vor allem die nichtkonfessionellen Familienverbände in ihrer Existenz bedrohen“, schreibt nun der LKA an die zuständige Sozialministerin Carola Reimann (SPD).

Ohne die Haushaltmittel können die notwendige Infrastruktur und das Personal nicht weiter finanziert werden.

Kürzung beim Ehrenamt gegen höhere Landesausgaben?
Weiter heißt es in dem Brief: „Damit würde eine wichtige, überwiegend ehrenamtliche familienunterstützende Infrastruktur verloren gehen, die durch das Land mit einem wahrscheinlich viel teureren Finanzvolumen ersetzt werden müsste.“ Der LKA verweist beispielsweise auf die Funktion der Familienverbände als Anlauf- und Beratungsstellen für die Inanspruchnahme von Landesmitteln für Familienerholung und Familienfreizeiten.


Neben dieser Aufgabe entwickeln die Familienverbände unerlässliche ehe-, partnerschaftsund familien-unterstützende Angebote und bieten sie an. Zudem setzen sie sich für familienförderliche Rahmenbedingungen in den Kommunen, Kirchen, Verbänden und auf Landesebene ein. „Das schützt und fördert Familien und eine kinderfreundliche Gesellschaft“, ergänzt der LKA-Vorsitzende Claus-Dieter Paschek: „Genauso wie es die große Koalition im Land zugesagt hat.“

Paschek bittet Ministerin Reimann „sehr eindringlich die vorgesehene Kürzung der Landesmittel zurückzunehmen“. Nur so könne das Fortbestehen der Familienverbände und ihrer Arbeitsgemeinschaft zum Wohle der Familien ermöglicht werden.