2020-01-27

Mitmachen statt zuschauen

Katholische Laien Bayerns und Niedersachsens rufen gemeinsam zur Mitarbeit am Synodalen Weg auf

Der „Synodale Weg" ist von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) initiiert worden, um der großen Glaubwürdigkeitskrise und den massiven Vertrauensverlusten, verursacht u. a. durch die Missbrauchsskandale, entgegenzuwirken. Die not-wendigen Reformbedarfe sollen in vier Foren – Macht, Sexualmoral, priesterliche Lebensformen und Stellung der Frau – auf Augenhöhe und in gegenseitigem Respekt zwischen Laien und Hauptamtlichen erörtert und diskutiert werden.

Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Joachim Unterländer, und der Vorsitzende des Landeskatholikenausschusses in Niedersachsen, Claus-Dieter Paschek, geben ein deutliches Bekenntnis für den „Synodalen Weg" ab: „Wir wollen diesen Weg mit unseren Gremien mittragen, mitgehen und mitgestalten, denn nur ein erfolgreicher Verlauf ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Kirche. Wenn verlorene Glaubwürdigkeit und schwindendes Vertrauen zu-rückgewonnen werden sollen, braucht es einen offenen, ehrlichen Dialog in gegenseitiger, gleichberechtigter Wertschätzung und konkrete Ergebnisse."

Mit netten kommunikativen Begegnungen und kleinen strukturellen Veränderungen allein ist es nicht getan. Die beiden Vorsitzenden wollen den „Synodalen Weg" als „Zukunftswerkstatt" verstanden wissen: Partizipation und Transparenz sowie Respektieren des Laienapostolats sind Fundamente zukünftigen Vertrauens. Gemäß dem Wunsch von Papst Franziskus sollten auch die Ortskirchen im Sinn der Subsidiarität wichtige Themen eigenverantwortlich gestalten.

Vor der ersten Arbeitssitzung der Synodalen Versammlung am kommenden Wochenende rufen die beiden großen katholischen Laienvertretungen aus Bayern und Niedersachsen alle Katholikinnen und Katholiken auf, sich mutig in ihren Pfarrgemeinden, Verbänden und Gemeinschaften mit den Themen der Foren zu beschäftigen und diese kritisch zu hinterfragen. Ideen und konkrete Vorschläge zur Veränderung kirchlichen Lebens können über die Laienvertretungen ihres Bistums in der Synodalen Versammlung oder auch direkt beim ZdK eingebracht werden (www.synodalerweg.de).

„Haben Sie als getaufte Christen den Mut, sich an dieser strukturierten Debatte zu beteiligen, damit wir die Botschaft unseres christlichen Glaubens glaubwürdig und überzeugend in unserer Zeit leben und in der Gesellschaft vertreten können," betonen die beiden Vorsitzenden.