Menschenwürdige Arbeitsbedingungen 

Bereits seit Jahren setzt sich der Landeskatholikenausschuss für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und gegen den Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit ein. Im vergangenen Jahr haben wir dazu mit Vertreterinnen des Caritas-Sozialwerks getagt und die Lebens- und Arbeitsumstände genauer in den Blick genommen. Auch eine Veranstaltung mit Prälat Peter Kossen im Rahmen der Erasmus-Days beleuchtete die Situation der Arbeitsmigrant*innen und erörterte Möglichkeiten, den gesetzlichen Schutz auszubauen. Zum Video des Vortrags von Prälat Kossen gelangen Sie durch einen Klick auf das Bild. Lesen Sie auch unsere gemeinsame Stellungnahme mit dem Landeskomitee der Katholiken in Bayern. 

Sonntagsschutz

Am 3. März 321 n. Chr. hat Kaiser Konstantin die Sonntagsruhe festgesetzt. Seither istd er Sonntag geschützt, so auch in Deutschland durch Art. 140 Grundgesetz. Doch Arbeitsruhe und seelische Erhebung haben es schwer in Zeiten, in denen ökonomische Erwägungen verabsolutiert werden. In den vergangenen Jahren gab es auch in Niedersachsen Bemühungen, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage spürbar zu erhöhen. Als Mitglied der Allianz für den freien Sonntag treten wir engagiert für den Schutz des Sonntags ein. Insbesondere im Jubiläumsjahr des Sonntagsschutzes werden wir die Bedeutung des Sonntags für Erholung, Begegnung, Besinnung und Lebensgestaltung wirksam ins Wort heben. Lesen Sie auch unsere gemeinsame Stellungnahme mit dem Landeskomitee der Katholiken in Bayern. 

Familienpolitik

Eltern und Kinder zahlen durch die anhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen einen hohen Preis. Nicht erst durch die Pandemie fordert der Landeskatholikenausschuss: Es braucht eine eigenständige profilierte Landesfamilienpolitik! 
Weil die Beziehungswirklichkeit der Menschen viele Lebensbereiche betrifft, wird Familienpolitik sinnvollerweise als Querschnittsaufgabe beschrieben. Strukturell allerdings haben wir es eher mit einer Segmentierung zu tun, die einem „Schwarzer Peter-Spiel“ gleicht. Vertikal geht es um die Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Kommunen, wobei hier vor allem die Finanzierungsfragen im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stehen. Horizontal geht es um die verantwortliche Wahrnehmung von Familienthemen in den unterschiedlichen Politikfeldern und deren Vernetzung. Familienpolitik wird nicht nur im Referat Familienpolitik betrieben, sondern implizit in der Städtebau- und Wohnungspolitik, der Arbeitsmarktpolitik, dem Verbraucherschutz, der Kinder- und Jugendpolitik, der Seniorenpolitik, der Gesundheits- und Sozialpolitik (alles Ressorts, die im Niedersächsischen Sozialministerium angesiedelt sind) und darüber hinaus in der Bildungspolitik, der Wirtschaftspolitik oder im Bereich von Wissenschaft und Kultur. 
Deshalb schlagen wir vor: Familienpolitik muss so ausgestaltet sein, dass familienpolitische Zielsetzungen und Kriterien nachprüfbar in allen Politikbereichen thematisiert werden. Es braucht eine eigenständige Landesfamilienpolitik. Konkret fordern wir, dass das Land in viel stärkerem Maße präventive und krisenbegleitende Beratungsangebote für Paaren und Familien fördert. Denn die Qualität von Ehe, Partnerschaft und Elternschaft sind für den Staat keine reine Privatangelegenheit, sondern zentrale Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

Synodaler Weg

Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Joachim Unterländer, und der Vorsitzende des Landeskatholikenausschusses in Niedersachsen, Claus-Dieter Paschek, geben ein deutliches Bekenntnis für den Synodalen Weg ab: „Wir wollen diesen Weg mit unseren Gremien mittragen, mitgehen und mitgestalten, denn nur ein erfolgreicher Verlauf ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Kirche. Wenn verlorene Glaubwürdigkeit und schwindendes Vertrauen zu-rückgewonnen werden sollen, braucht es einen offenen, ehrlichen Dialog in gegenseitiger, gleichberechtigter Wertschätzung und konkrete Ergebnisse."

Die beiden großen katholischen Laienvertretungen aus Bayern und Niedersachsen rufen alle Katholikinnen und Katholiken auf, sich mutig in ihren Pfarrgemeinden, Verbänden und Gemeinschaften mit den Themen der Foren zu beschäftigen und diese kritisch zu hinterfragen. Ideen und konkrete Vorschläge zur Veränderung kirchlichen Lebens können über die Laienvertretungen ihres Bistums in der Synodalen Versammlung oder auch direkt beim ZdK eingebracht werden (www.synodalerweg.de). „Haben Sie als getaufte Christen den Mut, sich an dieser strukturierten Debatte zu beteiligen, damit wir die Botschaft unseres christlichen Glaubens glaubwürdig und überzeugend in unserer Zeit leben und in der Gesellschaft vertreten können," betonen die beiden Vorsitzenden.

Foto: © Synodaler Weg/Robert Kiderle

50 Jahre Landeskatholikenausschuss

Anlässlich des Festaktes zum 50. Jahrestag der Gründung des Landeskatholikenausschusses in Niedersachsen befasste sich Bundestagspräsident a.D. Wolfgang Thierse mit dem Thema "Christsein im Einwanderungsland Deutschland". Vor dem Hintergrund des erstarkenden Populismus fordert Thierse eine Rückbesinnung auf die christliche Prägung Deutschlands. Sein Plädoyer für eine christlich geprägte, offene und vielfältige Gesellschaft ist in unserem Jubiläumsband abgedruckt - ebenso wie die Grußworte von Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Bischof Dr. Heiner Wilmer und Claus-Dieter Paschek, Vorsitzender des Landeskatholikenausschuss. Das Jubiläumsheft können Sie über unsere Geschäftsstelle beziehen. 


Religionsunterricht

Fragen rund um den Religionsunterricht sind der thematische Dauerbrenner des Landeskatholikenausschusses. Religiöse Bildung gehört zum Auftrag der Schule und der Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach. Dabei geht es um mehr als das Auswendiglernen von Glaubenssätzen. Der Religionsunterricht ist Allgemeinbildung und macht sich um Kompetenzen verdient, auf die eine friedliche Gesellschaft zuinnerst angewiesen ist. Er fördert Toleranz und Dialogfähigkeit ebenso wie kritisches Denken und verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln. Daher vollzieht der Landeskatholikenausschuss die aktuellen Diskussionen und Entwicklungen im Themenfeld des Religionsunterrichts nach und beteiligt sich an der öffentlichen Meinungsbildung.